Europäische Kommission kritisiert Dänemarks Glücksspiel-Gesetze

Dänische GlücksspielgesetzeIn vielen Ländern der Europäischen Union müssen Online Casinos vergleichsweise hohe Steuern abführen. Dies bewegte viele Betreiber dazu, den Sitz ihres Casinos ins Ausland zu verlegen. Um das Abwandern zu vermeiden, wollte Dänemark niedrigere Steuern von Online Casinos verlangen, aber die Europäische Union scheint mit dieser Entscheidung nicht einverstanden zu sein.

An diesem Dienstag (14. Dezember) veranlasste die Europäische Kommission aus diesem Grunde eine Untersuchung der derzeitigen Steuergesetzgebung für Online-Casinobetreiber. Aktuell müssen Online-Betreiber nur 20 Prozent Steuern an die dänische Regierung abführen, während ortsansässige Casinos 75 Prozent oder sogar mehr zahlen müssen.

Die Europäische Kommission fürchtet, dass lokale Casinos ihre Kunden langfristig gesehen an Online Casinos verlieren könnten. Während dies allerdings als ein natürlicher Prozess in der Online-Glücksspielbranche angesehen wird, glaubt die Kommission jedoch, dass die dänische Regierung Online-Casinobetreibern bewusst einen Vorteil gegenüber den ortsansässigen Casinos verschaffen möchte.

Die Verantwortlichen für das Glücksspiel in Dänemark haben sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Aber sie werden es wahrscheinlich im Verlaufe des Ermittlungsverfahrens durch die Europäische Kommission tun müssen. Derweilen hat die Europäische Kommission andere EU-Mitglieder dazu aufgerufen, ihre Meinung zu dieser Angelegenheit und zur Vorgehensweise Dänemarks zu äußern, um sich einen Gesamtüberblick über die Situation zu verschaffen. Danach wird erst ein Urteil gefällt. Allerdings ist im Moment auch noch völlig unklar, wie lange das Ermittlungsverfahren andauern wird.