Online-Glücksspiel als Einnahmequelle für den Staat?

Bis vor kurzem war das Online-Glücksspiel noch ein unbeliebter und beinahe gemiedener Sektor in der Gesellschaft. Nun, nachdem sich immer mehr Regierungen mit dem Thema der Besteuerung von Online-Glücksspielen beschäftigen und die Industrie als mögliche Einnahmequelle für den Staat sehen, rückt es auf einmal in den Mittelpunkt des Interesses.

Wirtschaftsberater David Trunkfield erklärt das Phänomen so: „Die Regierungen begreifen langsam, dass wir das Internet nicht rückgängig oder ungeschehen machen können. Menschen spielen heutzutage nun mal online. Man kann also versuchen, dass Glückspiel zuzulassen und es zu besteuern oder man muss mit der Tatsache leben, dass die Spieler zu ausländischen Anbietern wechseln.“

Frankreich und England gehören zu den ersten EU-Ländern, die das Online-Glücksspiel legalisiert haben. Beide Länder waren davor strikte Gegner. Frankreich hat sogar den Besitzer von Bwin 2004 für die Annahme von Wetten online, inhaftiert. Mittlerweile sehen jedoch beide Regierungen nur noch die immense finanzielle Einnahmequelle, die hinter einer Besteuerung und Regulierung des Glücksspiel-Marktes liegt.

Es wird erwartet, dass Italien, Spanien und Deutschland sowie Griechenland zu den nächsten Ländern gehören, die das Online-Glücksspiel legaliseren werden. Griechenland wird den Prozess wahrscheinlich beschleunigen, da es aufgrund der finanziellen Misere des Landes dringend auf neue Einnahmequellen angewiesen ist.

Obwohl die ganze Angelegenheit aktuell noch mit viel Bedenken von Seiten der EU-Länder gesehen wird, bleibt doch die Tatsache zu erwähnen, dass ein Großteil der Bevölkerung direkt oder indirekt von der Besteuerung des Online-Glücksspiels profitieren würde. Einzelne Regierungen haben sich auch schon mit dem Problem der Spielsucht auseinandergesetzt und versuchen nun damit auch die letzten Skeptiker von der Idee zu überzeugen.