Schleswig-Holstein zählt bereits 86 Interessenten für eine Glücksspiellizenz

Schleswig-HolsteinSchleswig-Holstein hat im vergangenen Jahr ein eigenes Glücksspielgesetz verabschiedet, nachdem die Kieler Regierung nicht mit dem Gesetzesentwurf der anderen 15 Bundesländer zufrieden war, das am 1. März in Kraft tritt. Diese wissen nach wie vor nicht, ob ihr Entwurf von der EU-Kommission ratifiziert wird. Fraglich ist das vor allem, weil weder Online Glücksspiele noch Online Poker in dem Gesetz berücksichtigt werden. Darüber hinaus ist auch die Öffnung des Sportwettenmarktes nur teilweise angedacht, was die EU als zu willkürlich beurteilen könnte.

Während die anderen Bundesländer auf eine Entscheidung der EU-Kommission warten, hat in dem norddeutschen Bundesland der Poker um die Lizenzen begonnen. Der Sportwettenmarkt in Schleswig-Holstein soll weitgehend geöffnet werden und auch Online Poker und andere Online Glücksspiele sind nicht mehr illegal. Offensichtlich sind die Glücksspielanbieter sehr erfreut über die Marktöffnung in Schleswig-Holstein, denn nach Angaben des Fraktionsvorsitzenden der CDU, Hans-Jörn Arp, sollen sich bereits 86 Glücksspielunternehmen für eine Lizenz in Schleswig-Holstein beworben haben. Das gab er in dieser Woche auf dem Sportbusiness-Kongress SpoBiS in Düsseldorf bekannt.

Zwar hat das neue Gesetz in Schleswig-Holstein ab 1. März Gültigkeit, doch ob die Lizenzvergabe bereits am 2. März erfolgen kann, ist bisher noch nicht sicher, da derzeit noch an der Überwachungsverordnung gearbeitet wird. Arp sagte allerdings, dass diejenigen Unternehmen, die eine Lizenz beantragt haben, diese innerhalb des ersten Halbjahres auch bekommen werden. Es soll der Regierung sowie den Glücksspielanbietern möglich sein genauestens zu kontrollieren wer wie häufig spielt und auf welche Spiele er zurückgreift. Eine solche Kontrolle ist durchaus wichtig auf einem Markt, dessen Wert auf € 8 bis € 10 Milliarden geschätzt wird. Die Kieler Regierung erhofft sich natürlich von der Marktöffnung finanzielle Vorteile durch Steuereinnahmen.

Offensichtlich wird es nicht mehr lange dauern, bis in Schleswig-Holstein Glücksspielanbieter der Bevölkerung ganz legal ihren Service anbieten dürfen. Es bleibt nach wie vor abzuwarten, wie sich die Situation im Rest von Deutschland entwickelt. Derzeit sieht es so aus, als würde es nicht zu einer einheitlichen Lösung kommen, doch weiß man nie, was passiert wenn der Gesetzesentwurf der anderen 15 Bundesländer von der EU abgelehnt wird. Arp ist der Meinung, dass sich ein einheitlicher Glücksspielmarkt in Deutschland definitiv an dem schleswig-holsteinischen Modell orientieren wird. Wir dürfen weiterhin gespannt sein.