Ungeklärte Gesetzeslage im Glücksspielbereich führt zu Verwirrungen im Bereich Sportwettenwerbung
Es wird langsam Zeit, dass die Verwirrungen um den neuen deutschen Glücksspielstaatsvertrag ein Ende nehmen. Der derzeit gültige Vertrag läuft zum Ende dieses Jahres aus und wurde im vergangenen Jahr bereits vom Europäischen Gerichtshof außer Kraft gesetzt, weshalb ihn viele Wettanbieter als nicht mehr gültig anerkennen. Zum Beispiel hat das Regierungpräsidium Düsseldorf eine Unterlassungsverfügung ausgesprochen, die besagt, dass Bayer Leverkusen keine Werbung mehr für private Wettanbieter machen darf. Hingegen haben andere Fußballklubs, unter anderem Schalke 04, 1899 Hoffenheim und auch der SC Freiburg aktuelle Werbeverträge mit Sportwettenanbietern.
Der aktuelle Glücksspielvertrag enthält ein Werbeverbot für Sportwetten. Doch da der Vertrag nicht mehr gültig ist, hat Leverkusen ungeniert Werbung für den Wettanbieter Tipico gemacht und auch Schalke sah kein Problem darin einen neuen Werbevertrag mit Bet-at-home abzuschließen.
Ob Schalke auch in Zukunft weiterhin Werbung für bet-at-home machen darf, wird derzeit von der Stadt Gelsenkirchen überprüft und auch in Freiburg und Hoffeheim ist fraglich, ob die Vereine auch in Zukunft weiterhin für den Sportwettenanbieter Tipico werben dürfen. Der Wettanbieter sieht sich im Recht, da er den aktuellen Glücksspielvertrag als ungültig ansieht.
Eines ist sicher, durch die ungeklärte Gesetzeslage wird es auch weiterhin zu Verwirrungen und Ungerechtigkeiten kommen. Es wird Zeit, dass sich an dieser Situation etwas ändert und klare Regeln herrschen. Die Diskussionen um den neuen Vertrag sind bereits lange im Gang. Im April einigte sich die Ministerpräsidentenkonferenz auf einen Gesetzesentwurf, dem alle Bundesländer bis auf Schleswig-Holstein zustimmten. In Kiel formulierte man einen eigenen Vertrag, der anders als der Entwurf der restlichen 15 Bundesländer von der Europäischen Kommission abgesegnet wurde. Während Schleswig-Holstein zu einem Alleingang fest entschlossen ist, ist nach wie vor unklar, wie es in Zukunft im Rest von Deutschland in Sachen Glücksspiel aussehen wird. Eine Situation, die schnellstmöglich geändert werden sollte.






